Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

Die wunderbare Welt des Zuhörens

Datum:
Fr. 1. Juli 2022
Von:
Klaus Trautmann

Zuhören ist Nahrung für unsere Seele, die wir dringend brauchen und genauso anderen schenken können. Das Zuhören, ist das nicht etwas ganz Normales und Alltägliches? Etwas, um das man nicht viel Aufhebens machen muss? Wer Ohren hat zu hören, der höre! So einfach ist das. Oder?

Wenn es so einfach wäre, würde es nicht so viele Missverständnisse geben. Wir hätten mehr Verständnis füreinander und vermutlich auch mehr Kompromissbereitschaft. Verhärtete Fronten, aneinander vorbeireden, sich beschimpfen – das gäbe es nicht.

Stattdessen ein Gefühl von Wertschätzung, ja ein neues Miteinander. Wäre das nicht wunderbar? Wir wissen längst, dass wir gutes Zuhören üben können. Ich lade Sie ein, liebe Leserin, lieber Leser direkt mit dem Üben zu beginnen.



10 Tipps, wie gutes Zuhören gelingen kann

1. Nimm dir Zeit.

2. Höre hin, lasse den anderen gelten, nimm ihn ernst.

3. Höre hin, was der andere dir wirklich mitteilt. Höre, was das Herz des anderen sagt.

4. Höre hin, was der andere „nicht“ sagt – aus Scham, aus Angst oder weil es ihm nicht bewusst ist.

5. Stülpe dem anderen deine Vermutungen nicht über, biete sie ihm an.

6. Achte auf deine eigenen Gefühle, sie können ein wichtiger Hinweis sein, der dem anderen weiterhilft.

7. Moralisiere und bewerte nicht.

8. Halte keine Monologe.

9. Versuche die Sichtweise des anderen einzunehmen.

10. Finde einen guten Abschluss des Gespräches.



Wer gut zuhören möchte, braucht also mehr als zwei gesunde Ohren. Zuhören spielt gewissermaßen in einer höheren Liga als das Hören. Für das Zuhören brauchen wir unser „ganzes Herz“. Im Matthäusevangelium ( Mt 11, 15) lesen wir: „Wer Ohren hat zu hören, der höre!“ Jesus fragt die Menschen, was sie sehen und hören. Er fordert sie auf ihr Herz zu öffnen, um das, was geschieht verstehen und erkennen zu können.

Ich wünsche uns wache Ohren und ein hörendes Herz füreinander.

Maria Pesch