Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

Fürchtet euch nicht

Fürchtet euch nicht  (1) (c) Maria Pesch
Fürchtet euch nicht (1)
Datum:
Sa. 30. Apr. 2022
Von:
Maria Pesch

Man muss mit dem Schlimmsten rechnen!“, so weiß es der Volksmund.

Wenn ich diesen Satz höre, wird mir Angst und Bange, dann sehe ich das Schlimmste im wahrsten Sinne des Wortes auf mich zurollen. Viele unserer Ängste basieren auf schlechten Vorhersagen. Wir befürchten oft das schlimmste und sorgen uns. Deshalb nehmen unsere Befürchtungen sehr viel Raum ein und der Gedanke, dass alles gut endet, kann sich nicht wirklich entfalten.

Fürchte dich nicht!“ bzw. „Fürchtet euch nicht!“ – 128 Treffer ergibt die Suche nach diesen Worten in der Einheitsübersetzung der Bibel (Quelle: bibleserver.com).

Lassen wir uns von Gottes Zuspruch „Fürchte dich nicht!“ ermutigen oder geht es uns eher wie dem Mann in der folgenden Geschichte?

In einer Stadt – so erzählt die Geschichte – hat ein Artist sein Hochseil gespannt und führt vor dem Publikum seine Kunststücke vor, eines spannungsreicher als das andere. Die Menschenmenge ist begeistert. Totenstille liegt über dem Platz, als er zum Abschluss auch noch eine Schubkarre über das Hochseil schiebt. Donnernder Applaus ist zu hören. Der Artist fragt die Menge: „Trauen Sie mir zu, dass ich die Schubkarre auf dem gleichen Weg wieder zurückschieben kann?“ Begeistert klatscht man Zustimmung. Der Artist schweigt eine Weile. Die Menge meint, er zaudere. „Weitergehen“, rufen ihm einige zu. Der Mann auf dem Hochseil fragt einen der Rufer: „Sie da unten, trauen Sie mir wirklich zu, die Karre zurückschieben zu können?“ „Selbstverständlich“, ruft der Mann zurück. „Dann“, fordert der Artist ihn auf, „kommen Sie doch herauf und setzen sich in die Karre!“ Nein – so war die Zustimmung nun doch nicht gemeint.



Hätte ich mich in die Karre gesetzt? Ich glaube kaum! Und Sie, wären Sie eingestiegen? Unsere Angst kann übermächtig werden, uns lähmen und außer Gefecht setzen. Jeder kennt dieses lähmende Gefühl, das ängstliche Zagen und Zaudern.

Aber genauso kennen wir den ermutigenden Moment, wenn die Angst klein und kleiner wird. Das geschieht immer dann, wenn ein Mensch uns in unserer Angst zugewandt ist und uns Mut zuspricht.

Mut zusprechen, das tut auch Jesus.

Zum Beispiel als er seinen Jüngern einen Missionsauftrag gibt: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 10,7). Doch es zeichnet sich bereits ab: Diese Mission wird kein Vergnügen werden. Denn Jesus sendet seine Jünger „wie Schafe mitten unter die Wölfe“. Die Jünger haben offensichtlich Angst, denn Jesus muss sie ermutigen: „Fürchtet euch nicht!“.

Mehrfach berichtet die Bibel uns von einem Engel Gottes, der den Menschen die Mutmachworte zuspricht.

Fürchte Dich nicht“, das sagt der Engel Gabriel bei der Ankündigung der Geburt Jesu zu Maria. Und wieder sagt ein Engel den Hirten auf dem Feld in Betlehem: “Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine große Freude! Heute ist euch der Retter geboren, Jesus!“

Genauso erscheint vor dem leeren Grab Jesu den suchenden Frauen ein Engel: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

Fürchtet euch nicht!“ Das ist die eindrucksvollste Mutmachkampagne Gottes, die ich kenne! Für mich persönlich überbringt der Prophet Jesaja (Jes 43) die Mutmachworte Gottes am großartigsten: „Fürchte dich nicht, ich befreie dich! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst mir! Sieh her, ich habe deinen Namen in meine Hand geschrieben!“

Erinnern wir uns an diesen Zuspruch Gottes wenn uns Angst und Bange wird! Setzen wir unserer Angst ein wenig mehr Mut entgegen! Das wünscht Ihnen von Herzen,

Maria Pesch, Gemeindereferentin



Fürchtet euch nicht  (1) (c) Maria Pesch