Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

Maske (r) ade

Herzen (c) Birgit Hellmanns
Herzen
Fr 1. Mär 2019
Birgit Hellmanns

Die Karnevalszeit geht zu Beginn des Monats auf ihren Höhepunkt im Straßenkarneval zu. Seit dem 11.11. sind die Jecken mit vielen Dingen befasst, die sich rund ums Lustig-Sein, Ausgelassen-Sein-dürfen und mal anders sein können als sonst ranken. Viele verwenden viel Zeit und Aufwand bei der Erstellung eines Kostüms. Die einen wollen auch darin schick aussehen, die anderen suchen eher den Kontrast. Allen ist gemeinsam das Anders-sein-wollen.

Ich kann eine Maske aufsetzen. Der Alltag tritt zurück – ich kann eine Seite von mir zeigen, die vielleicht sonst ehr nicht wahrgenommen wird. Dass es so manchen gibt, der dann auch aus der Rolle fällt und sich - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht mehr im Griff hat, ist fast logisch.

Dennoch stehen Spaß und die Freude bei den meisten Menschen im Vordergrund des Geschehens!

Diese ganze Gaudi findet im Aschermittwoch ihr abruptes Ende.

Von jetzt ab stehen andere Perspektiven im Vordergrund: Die Fastenzeit beginnt.

Viele Menschen nehmen sich etwas vor: der eine will auf Alkohol verzichten, der nächste auf Süßes, oder, oder, oder. Meistens geht es darum, eine Hürde zu schaffen, die man in der restlichen Zeit des Jahres vielleicht nicht schafft. Das ist sicher eine gute Übung. Denn nur dann, wenn ich eine Zeit auf etwas verzichte, kann ich seinen Wert neu ermessen, kann ich auch neu teilen lernen, und, und, und …

Die Fastenzeit bietet uns noch eine andere Chance. Dies wird leicht sichtbar, wenn ich aus der Überschrift „Maskerade“ einen Buchstaben in Klammern setze und so zwei Worte daraus werden: Maske (r) ade.

Wir haben eine Zeit vor uns, in der wir versuchen können, in unserer Beziehung zu Gott … Beim Schreiben fällt mir auf, dass ich es noch pointierter schreiben kann:

ICH habe eine Zeit vor MIR, in der ICH versuchen kann, MEINE Beziehung zu Gott neu zu definieren, indem ich vor IHM MEINE verschiedenen Masken fallen lasse. Das geht!

Das will er sogar, denn vor ihm brauche ich keine Maske.

Ich muss mich nicht beweisen vor ihm.

Ich muss nichts Besonders leisten vor ihm.

Ich muss nicht mehr sein, als ich bin.

Genau diesen Menschen – mich - betrachtet ER mit Liebe!

Ich kann mich mit meiner Bedürftigkeit IHM aussetzen.

Wenn ich die Fastenzeit als Chance betrachte, mich meinem Gott zu nähern ohne gesellschaftlich betrachtete Maske, dann kann auch bei mir das Wunder des Glaubens geschehen. Vielleicht gewinne ich neuen Geschmack am Leben!

Alles hat seine Zeit: die Zeit des Verkleidens, der Maske genauso wie die Zeit, diese abzulegen und zum wirklichen Ich zu gelangen – mit Gottes Hilfe.

So wünsche ich uns allen eine gute Zeit des Neuherausfindens, was mich in meiner Beziehung zu Gott trägt – SEINE Liebe, die er auch mir und jedem Menschen zuteilwerden lässt.

Jesus zeigt uns durch sein Menschen-Leben, dass das geht – durch alle Prüfungen hindurch!

Er brauchte keine Maske – er sagte ihr ADE! Das heißt Leb wohl!  

Er war Gott ganz zugewandt – versuchen wir es doch auch immer wieder und sagen: MASKE – ADE!

Birgit Hellmanns,
Gemeindereferentin in der Pfarrei Hildegundis von Meer, Meerbusch