Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

Ostern - ein Fest des Lebens

Ostern - ein Fest des Lebens

osternacht-lank (c) Klaus Trautmann
osternacht-lank
Datum:
Sa. 3. Apr. 2021
Von:
Klaus Trautmann

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

nach über einem Jahr der Erfahrung mit der Pandemie sind viele Menschen bedrückt und fragen sich, wie die Entwicklung im kirchlichen und in vielen anderen Bereichen des Lebens weitergehen wird. Welche Bedeutung hat in dieser schweren und unsicheren Zeit das Osterfest und wie können wir daraus neue Hoffnung schöpfen? Ostern bedeutend mehr als nur ein „Frühlingsfest“ oder eine Art von „rituellem Miteinander“ an einem bestimmten Ort. Ostern kann vielmehr ein Wegweiser sein.

Für die Christen der ersten Jahrhunderte bildete das Fest zu Ostern wirklich den Höhepunkt des Jahres. Diese ersten Gläubigen waren bedroht und verfolgt, eine unbedeutende Gruppe. Aber sie wussten sich gehalten und mit dem verbunden, der durch Leiden und Tod in ein unzerstörbares Leben eingegangen war. Die frühesten Osterbilder der christlich geprägten Kunst finden sich nicht von ungefähr an Sarkophagen, auf Särgen und in Begräbnisstätten. Menschen, die trauerten, haben sich den Ostersieg Jesu vor Augen gestellt. Es waren ganz einfache Darstellungen: zum Beispiel ein Kreuz mit einem Lorbeerkranz als Lebens- und Siegeszeichen. Für diese Christen war Ostern ein Fest des Glaubens, des Lebens und der Hoffnung. Ostern ist ein Fest des Lebens: Denn er war tot und ist nun am Leben. Ostern bedeutet für uns ein Fest der Zusage: Gott geht mit uns – in guten und dunklen Tagen! Die Texte des Neuen Testamentes sind durchzogen von solchen Wegweisern der Hoffnung. Am Grabe Jesu heißt es: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Ostern hat nicht nur mit Gemeinschaft, sondern auch mit jedem Einzelnen ganz persönlich zu tun. Ich bin als Einzelner angefragt. Ich bin als Einzelner gemeint! Jesus, der Auferstandene, will nicht nur ein bestimmtes Volk, eine Nation, eine Sprachgruppe, eine Elite, eine fromme Schar von edlen katholischen Menschen ansprechen. Dieser Auferstandene will jeden Menschen, auch in seinen Fragen und Zweifeln, seiner Endlichkeit und seinen Sehnsüchten ansprechen; auch die, die nicht glauben wollen oder können. Wie müssten heute österliche Menschen aus ihrem Glauben, ihrer Freude und ihrer Hoffnung heraus handeln? Vielleicht müssten wir zuvor noch einmal neu anfangen. Noch einmal neu aufeinander und auf Gott hören. Ostern könnte ein Anfang sein. Es ist der Anfang, der von Gott unüberwindbar gesetzt ist. Vielleicht will Gott mir und Ihnen dazu an diesem Osterfest etwas ganz Persönliches sagen und mitgeben: In einem Wort aus der Heiligen Schrift, in dem einen oder anderen Gebet, in dem einen oder anderen Lied oder Zeichen, in persönlichem Gespräch und in Begegnungen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und frohes 
Osterfest,

Ihr Pastor
Norbert Viertel