Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

Padre Joseph Kasule verstorben

Gedenken in der Messfeier am 26.06.2021 um 17:00 Uhr in St. Nikolaus

Portrait Padre Joseph Kasule_2021 (c) Padre Joseph Kasule
Portrait Padre Joseph Kasule_2021
Datum:
Mo. 21. Juni 2021
Von:
Klaus Trautmann

Liebe Gemeindemitglieder,

von Padre Richard haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass sein Freund und Mitbruder Padre Joseph Kasule am 14. Juni 2021 im Alter von 58 Jahren plötzlich gestorben ist.

Viele von Ihnen kannten ihn von seinen Besuchen in St. Franziskus / in der  Pfarrei Hildegundis von Meer, wenn er auf dem Weg zum bzw. vom Heimaturlaub in Uganda Station in Meerbusch-Strümp machte. Als Konzelebrant feierte er hier gerne die Messe und berichtete der Gemeinde anschaulich und ausführlich von seinen Erfahrungen und Aufgaben.

Joseph Kasule stammte aus Uganda. Es war schon immer sein Wunsch, Priester zu werden. Aufgrund der vielen Bewerber hatte er aber keine Chance auf einen Studienplatz und wechselte zum Lehramt. Seine erste Stelle trat er bei Schwester Alma Nakanwagi an, die unserer Pfarrei auch gut bekannt ist. Dort unterrichtete er die Straßen- und Waisenkinder und startete später mit Sr. Alma das Projekt der kleinen Hausschulen.

 

Im Jahr 1995 kam das Angebot des kolumbianischen Bischofs von Tumaco, sein Theologiestudium in  der Hauptstadt Bogota zu absolvieren, um dann an der Westküste Kolumbiens als Priester wirken zu können. Es war eine schwere Entscheidung, aber er wagte den Schritt. Sein erster Flug nach Kolumbien führte ihn über Düsseldorf, wo der Franziskaner Bruder Peter Amendt uns in Strümp - damals noch mit Dechant Fassbender - Joseph Kasule vorstellte und ihn uns „ans Herz legte“. Diese Verbindung -per mail, Telefon, persönlich bei seinen zehn Aufenthalten in Meerbusch, mit der Unterstützung im gegenseitigen Gebet und durch Spenden unsererseits- dauerte mehr als 25 Jahre.

 

Seit seiner Priesterweihe im Juni 2000 war Padre Joseph in drei Pfarreien im Bistum Tumaco tätig.  An der Pazifikküste leben viele Nachkommen ehemaliger afrikanischer Sklaven, die sich über den „seelenverwandten“ Geistlichen sehr freuten.

Pfarrer Joseph war für weitläufige Gemeinden mit vielen Dörfern und Außenstationen zuständig, die oft nur auf dem Wasserweg erreichbar waren. Er bemühte sich, das kirchliche Leben und den persönlichen Glauben der Einzelnen zu stärken. Um möglichst viele Christen in die Gemeindearbeit einzubinden, regte er die Ausbildung neuer Gruppen an: Katecheten, Familiengruppen, Kinder- und Jugendgruppen und machte so das Miteinander und Füreinander-Dasein so wertvoll.

Das war besonders wichtig, weil die Menschen in dieser Region überall und immer wieder in Unsicherheit und Angst vor den Guerillas leben, die nicht vor Überfällen, Bedrohungen und schlimmeren Aktionen zurückschrecken.

 

Seit Juli 2016 besaß er neben der ugandischen auch die kolumbianische Staatsangehörigkeit. Damit wurde es offiziell möglich, in begrenzter Stundenzahl auch als Lehrer zu wirken. Sein Gehalt floss dann zumeist in die Abgaben der Kirchengemeinde ein.

 

Padre Joseph verbrachte seinen letzten Heimatbesuch in Uganda von Mitte Dezember 2019 bis Anfang März 2020. Direkt nach seiner Rückkehr nach Kolumbien gab es dort wegen Corona den ersten Lockdown, der ihn in seiner Gemeinde „Bocas de Satinga“ festhielt, obwohl der Bischof von Tumaco ihn eigentlich versetzen wollte. So arbeitete er bis zuletzt mit dem neueingesetzten Pfarrer in seiner alten Pfarrei weiter.

 

Am Donnerstag, dem 10. Juni, informierte uns Padre Joseph, dass man bei ihm -ein paar Tage nach seiner Impfung- eine COVID19 Infektion festgestellt hatte. Nach Medikamenteneinnahme fühlte er sich jedoch schon auf dem Weg der Besserung. Leider blieb es nicht dabei, denn schon am 12. Juni litt er unter starken Atembeschwerden und ging zunächst ins Ortskrankenhaus. Da eine Behandlung auf der Intensivstation notwendig wurde, brachte man Padre Joseph am Sonntagmorgen in einer vierstündigen Bootsfahrt ins Krankenhaus nach Tumaco. Dort starb Padre Joseph Kasule in den frühen Stunden des 14. Juni.

 

Gott, lass sein Wirken bei den Menschen Früchte bringen und schenke ihm das Leben bei Dir.

 

Wir sind sehr traurig, dass Padre Joseph mitten aus dem Leben und Wirken gerufen wurde.

In drei für ihn wichtigen Gemeinden wird in Gegenwart seiner Urne an diesem Wochenende eine Totenmesse stattfinden. In St. Nikolaus wollen wir seiner am Samstag, 26.06. um 17h im Gottesdienst gedenken.

 

Der EineWelt-Kreis St. Franziskus dankt allen lieben Menschen, die Padre Joseph geschätzt und in seiner pastoralen Arbeit unterstützt haben. Es hat den Menschen in seinen Gemeinden sehr geholfen.

 

Für den EineWelt-Kreis: Maria Hoffmann