Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

„We pray for freedom!“

Ein starkes Zeichen für den Frieden

Frieden (c) Marion Boden
Frieden
Datum:
Di. 29. März 2022
Von:
Christina Theißen

Macht euch laut!“ – Das war das Eingangslied der Dompunks in einem Gottesdienstes, zu dem Jugendliche der Gemeinde St. Stephanus am Sonntag, 20.03. eingeladen hatten. Unter dem Motto „We pray for freedom!“ setzten sie mit aktuellen Liedern und selbstgeschriebenen Texten ein starkes Zeichen für den Frieden in der Welt. In dem Song heißt es: „Von allein hörn keine Kriege auf! Nichts passiert, wenn man nur daran glaubt! Sagt, was ihr denkt, dann hört man euch auch! Macht euch laut!“ Mit dieser Botschaft wandten sich die Jugendlichen an die Gemeinde.

Schon beim Betreten der Kirche wurde die Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine deutlich, denn der Altarraum war in blauen und gelben Farben illuminiert und Friedensposter aus aktuellen Demonstrationen, an denen die Jugendlichen teilgenommen hatten, waren überall deutlich sichtbar. Jeder Gottesdienstbesucher erhielt zudem zu Beginn ein blau-gelbes Friedenslicht.

Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch! – Dieser Satz, den wir in jedem Gottesdienst hören, ist längst nicht mehr selbstverständlich.“ So begrüßte Maja die Gemeinde. Diese Zerbrechlichkeit des Friedens drückten die Jugendlichen auf einem großen Poster mit einem zerbrochenen Peace-Zeichen aus.

Das Tagesevangelium, das Gleichnis vom Feigenbaum (Lk 13, 7.9), war in diesem Zusammenhang sehr passend, wie Melanie in der Auslegung des Evangeliums erklärte: „Nur wenn wir alle den Frieden pflegen wie eine kleine Pflanze, wenn wir achtsam sind, wenn wir gemeinsam in unserem Alltag Frieden schaffen, kann er gelingen!“ Dieses „gemeinsam Frieden schaffen“ wurde dann auch im Gottesdienst ganz konkret erfahrbar: Alle Anwesenden konnten auf Blüten ihre Wünsche für den Frieden in der Welt und auch ihre Wünsche für die Menschen in der Ukraine schreiben. So konnten das zerbrochene Peace-Zeichen auf dem Poster durch viele Blüten wieder vervollständigt werden.

Im Fürbittgebet wurde besonders der Menschen, die aktuell in Kriegsgebieten leben oder auf der Flucht sind gedacht, und bei jeder Bitte wurde ein Friedenslicht auf dem Altar entzündet. Die letzte Fürbitte wurde von Lera, der Pianistin der Dompunks, in ukrainischer Sprache für ihre Heimat vorgetragen. Das war schon ein sehr besonderer und emotionaler Moment, der viele Menschen sehr berührt hat.

Als Abschluss des Gottesdienstes wählte Maike ein Zitat von Shakespeare: „Wo man Liebe aussäht, wächst Freude empor!“ Daher erhielt jeder Gottesdienstbesucher eine Seed Bomb, um im heimischen Garten Blumen als Symbol für den Frieden aussähen zu können.

Insgesamt waren über 100 Menschen aller Altersgruppen gekommen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren. Familien und Einzelpersonen. Männer und Frauen. Katholische und evangelische Christen. Alle hatten das Bedürfnis, in Gemeinschaft für den Frieden zu beten. Und alle fühlten sich angesprochen von diesem offenen Format, den neuen Liedern und den Texten der Jugendlichen. „Es war ein wunderschöner Gottesdienst, vielen Dank dafür!“ Das waren die Worte vieler Anwesenden an die Jugendlichen. Und ich kann mich dem nur anschließen: Ich bin so froh, dass wir euch hier in der Gemeinde haben! Vielen Dank für eurer Engagement! Wir freuen uns auf weitere Gottesdienste in diesem Format, die unsere Kirche lebendig halten!

Stefanie Höttecke