Pfarrei Hildegundis von Meer

Meerbusch

Zeit für Erholung

Monatswort Juli

Bilderfries-Sommer-Erholung Bank (c) Klaus Trautmann
Bilderfries-Sommer-Erholung Bank
Datum:
Mo. 19. Juli 2021
Von:
Klaus Trautmann

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

Nach den langen Monaten der Corona-Krise bietet der Sommer für viele Menschen wieder eine Perspektive für Erholung und Ruhe. Manche werden verreisen, andere die schönste Zeit des Jahres zu Hause, im heimischen Garten oder mit Ausflügen verbringen. Endlich den Zwängen des Alltages entfliehen. Die Zeit selbst einteilen und selbst entscheiden, was ich wann tun will. Ein anderer Ort und freie Zeit kann Abstand vom Alltag geben. Die Seele baumeln lassen und dem Körper Ruhe gönnen. Sich Zeit nehmen zu träumen, Pläne schmieden und entdecken was das Leben bereichert.

Unser Alltag ist oft bestimmt von Unruhe und manchmal kommt die Seele einfach nicht mehr mit und braucht noch etwas Zeit. Das liegt nicht nur an gewachsener Mobilität, ständiger Erreichbarkeit und der Nutzung vielfältiger Medien. Auch wenn es nicht die Arbeit ist, die uns in Beschlag nimmt, dann die Unterhaltung, Erlebnisse und die Sorge etwas Wichtiges zu verpassen. Es fällt schwer in unserer Gesellschaft wirklich zur Ruhe zu kommen. Wie unruhig wir leben wird von vielen nicht zuletzt in den Ferien erfahren. Viele fühlen sich unwohl, wenn es nichts zu tun gibt. Sie flüchten sich in neue Betätigungen, verwickelt in ständigen Aktionismus. Ruhe bedeutet bei alldem mehr und anderes als Passivität. Wenn von Gott gesagt wird, dass er am siebten Tag ruhte, dann heißt es nicht, dass er nichts tat. Er schaute vielmehr mit einem alles bejahenden Wohlwollen auf das Werk seiner Schöpfung und umfing es mit der Zusage, dass es sein soll. Menschliche Ruhe kann Teilhabe an dieser Ruhe Gottes bedeuten.

Wirklich zur Ruhe kommen wir nur in der tiefen Überzeugung, dass wir angenommen sind und alles gut wird. Um Ruhe zu haben können wir darauf vertrauen, dass Gott sein Jawort zur Schöpfung und zur Geschichte gesprochen hat und dass darin unser eigenes Leben mitgetragen ist. Dann sind wir ganz bei uns selbst. Die Ferienzeit kann eine Gelegenheit sein, einmal ohne den Stress des Alltags bei Gott, mit Gott und für Gott zur Ruhe zu kommen, in sich hinein zu hören und zu entdecken, was in mir ist. Vielleicht etwas entdecken, was in der letzten Zeit zu kurz gekommen ist: Leichtigkeit, Fröhlichkeit, ein gutes Gespräch, Verbundenheit mit Gott und den Menschen, die wir lieben oder ein achtsamer Blick auf seine Schöpfung. So finden wir wieder zum eigenen Rhythmus des Lebens zurück. Diese Reise zu mir Selbst darf ohne Sorge und ohne Rücktrittsversicherung angetreten werden, egal an welchem Ort der Welt und mit der individuellen Reisegeschwindigkeit. So kann ich mich von den Begabungen, die mir Gott geschenkt hat und die in mir schlummern, neu bereichern lassen. Wenn ich etwas davon mitnehme in die Zeit nach dem Urlaub, dann wird mein Leben und mein Zuhause wunderbar verändert.

Nehmen wir uns in den kommenden Wochen Zeit für Entspannung und Erholung und die nötige Ruhe für Entdeckungen in der Welt und bei uns selbst. Dieses Erleben und die Erfahrung, dass Gottes Schöpfung und Geschöpfe uns gut tun schenke uns für den Alltag, der uns dann wieder einfängt, neue Kraft

 

Ihr Pfarrer Norbert Viertel